Vom 4. bis 6. April 2025 findet in Berlin der 28. Bundeskongress der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen der kommunistischen Diktatur, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen statt. Der Kongress ist ein wichtiges Forum für die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur und ihren Folgen. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet, darunter Mitglieder der bundesweit agierenden Verfolgtenverbände und Aufarbeitungsinitiativen sowie Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Forschung.
Der diesjährige Bundeskongress steht unter der Überschrift „‚… mit Wirkung vom 3. Oktober 1990‘. 35 Jahre Grundgesetz in den ostdeutschen Bundesländern“. Mit der Deutschen Einheit galt das Grundgesetz auch für jene, „denen mitzuwirken versagt war“. Dieser Halbsatz aus der ursprünglichen Präambel von 1949 macht deutlich, dass das Ringen um Menschen- und Bürgerrechte in Ostdeutschland eine lange Geschichte hat. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR riskierten die Menschen Verfolgung, Haft oder sogar den Tod, wenn sie für die Werte des Grundgesetzes einstanden. Unter den Folgen haben viele Betroffene bis heute zu leiden.
Zum Auftakt des dreitägigen Kongresses am Freitag, 4. April 2025, 18 Uhr, begrüßt und empfängt Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner die Teilnehmenden im Roten Rathaus. Prof. Dr. Ines Härtel, Richterin des Bundesverfassungsgerichts, widmet sich in ihrem Festvortrag dem „Grundgesetz als Freiheitsfundament – Erinnerung, Ausgestaltung, Verwurzelung als gemeinsame Aufgabe?“ Begleitend wird im Roten Rathaus außerdem die Ausstellung „Die Frauen von Hoheneck“ eröffnet. Gezeigt werden Werke des Fotografen Dirk Vogel. Er hat Menschen porträtiert, die in dem berüchtigten DDR-Frauengefängnis inhaftiert waren. Die Ausstellung im Roten Rathaus ist bis zum 25. April 2025 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Am Samstag, 5. April 2025, geht es unter anderem in Fachgesprächen um das gemeinsame Erinnern, insbesondere um das Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland, sowie um Unrechtsfolgen und die SED-Unrechtsbereinigungsgesetze in 35 Jahren gesamtdeutschem Recht. Am Kongressort, dem H4 Hotel Berlin Alexanderplatz, wird zudem die Ausstellung „… denen mitzuwirken versagt war.“ Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit gezeigt. Darin werden die exemplarischen Geschichten von 30 mutigen Frauen und Männern erzählt, die sich nach 1945 in der SBZ und frühen DDR trotz großer Risiken für einen demokratischen Neubeginn einsetzten und dafür einen hohen Preis zahlen mussten. Ihr Engagement und ihr Schicksal werden jeweils mit den einschlägigen Grundrechtsartikeln verbunden.
Für den Abschlusstag des Kongresses ist am Sonntag, 6. April 2025, auf Einladung der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke ein Besuch im Reichstagsgebäude vorgesehen. Hier trifft Bundespräsident a. D. Joachim Gauck im Deutschen Bundestag Berliner Schülerinnen und Schüler zum Generationengespräch über „35 Jahre Einheit – Gegenwart und Zukunft“. Das Gespräch wird von der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke moderiert. Der Kongress endet mit einer Kranzniederlegung im Parlament der Bäume, einem Gedenkort für die Toten an der Berliner Mauer und Mahnmal gegen Krieg und Gewalt.
Das Programm des Bundeskongresses finden Sie hier.
Die Pressemitteilung zur Veranstaltung finden Sie hier im PDF-Format.